Anschauen!

November 17th, 2009

Ich lese und schaue ja gerne Sachen über den Digitalen Wandel, aber das ist wohl die beste Analyse, die ich bisher gesehen habe.
Sieht nach guten Zeiten aus. Die nächsten Zehn Jahre werden das Haus Rocken.
Have Fun!

Update:

Das Video ist von Professor Dr. Peter Kruse. Peter Kruse ist Honorarprofessor für Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universität Bremen und geschäftsführender Gesellschafter des Beratungsunternehmens nextpractice GmbH. Nach dem Studium der Psychologie, Biologie und Medizin promovierte Kruse 1984 im Bereich der Experimentalpsychologie und befasste sich anschließend an verschiedenen Universitäten intensiv mit der Erforschung der Komplexitätsverarbeitung in intelligenten Netzwerken. Er entwickelte computergestützte Werkzeuge zur Nutzung kollektiver Intelligenz in Wirtschaft und Gesellschaft.

Sehenswert ist auch die Videoreihe ‘Prof. Peter Kruse stellt sich den Fragen der Digital Natives’

Self Branding ? och nö.

November 16th, 2009

Habe gerade die Twitter Umfrage gemacht. Ob ich twitter zum self-branding benutze, wurde ich gefragt.  Self branding ? Eine Marke aus mir machen ? Klingt irgendwie so nach alte-medien-denke. So nach Printanzeigen und TV Spots, so nach “ich schrei mich hinaus in die Welt”, eben unidirektionale Kommunikation. Internet ist nicht so. Internet ist Bidirektional. Da geht es wohl eher um Kommunikation, um Miteinander, um Sozialverhalten, um Engagement. Oder auch um Spass (und natürlich auch Ernst). Die herkömmliche Markendenke passt da irgendwie überhaupt nicht.  Natürlich entsteht irgendwie ein digitales öffentliches Ich. Die Idee, irgend ein digitales Kunstprodukt zu entwickeln das man nicht selbst ist, kann man ja machen, unter irgend einem fiktiven Namen, aber nicht unter dem richtigen Namen.

Arbeit 2.0 – der Paradigmenwechsel

November 1st, 2009

1. Leistung hat mit Arbeitszeit nichts zu tun.

2. Lernen ist Produktive Arbeit.

3. Effizienz bedeutet, ein gegebenes Ziel (Lebensunterhalt) mit einem Minimum an Arbeit zu erreichen.

3. Geheimhaltung, Patentierung oder urheberrechtlichen Schutz zu wirtschaftlichen Zwecken bedeutet Verkrüppelung deiner Arbeit. Möchtest du das ?

4. Eine Idee allein ist nichts Wert, die Umsetzung ist entscheidend.

3. Kommunikation bedeutet globale Kommunikation. Jede Kommunikationsbarriere ist künstlich und bedeutet gesamtwirtschaftlichen Schaden.

4. Geld ist Kein Mass für Erfolg und Status, sonder Reputation.

5. Geld verdienen ist eine Notwendigkeit. Wenn du dich in dieser Welt wirklich nützlich machen willst, steht Geld dem nur im Weg.

digitale Menschenrechte

October 15th, 2009

Dies ist ein Entwurf digitaler Menschenrechte, der sicherlich für einige Kontroversen sorgen wird.

1. Jeder Mensch hat ein Recht auf einen neutralen (im Sinne von Netzneutralität) und ungefilterten Netzzugang.

2. Jeder Mesch hat ein Recht auf digitale anonymität und Privatsphäre.

3. Jeder Mensch hat ein Recht auf Einsicht gesammelter Daten zu seiner Person bei Behörden.

3. Jeder Mensch hat ein Recht auf den Zugriff auf- und Besitz von Informationen.

(Hinweis: daraus leitet sich kein Recht auf den Zugriff auf- oder Besitz von Kinderpornografischem Material ab.)

4. Niemand darf wegen Zugriff auf- oder Besitz von Informationen
bestraft oder verfolgt werden.

5. Jeder Mensch hat ein Recht auf den uneingeschränkten Zugriff auf Wissen und Kultur, auf dessen Modifikation und Wiederveröffentlichung.

6. Jeder Mensch hat ein uneingeschränktes Recht, auf Informationen hinzuweisen (z.b. durch Setzen eines Hyperlinks). Niemand darf für verlinkte Informationen haftbar gemacht werden.

7. Die Rechte von Minderjährigen können durch den Jugendschutz eingeschränkt werden, der Aufgabe der Eltern ist.

Warum wir Kinderpornos nicht sperren wollen

October 15th, 2009

Die Argumente gegen die Netzsperren sind uns hinlänglich bekannt, doch Menschen aus der Offline- Generation zu überzeugen, ist nicht einfach. Hier ein Versuch:

Viele fragen sich ‘warum wollt Ihr diese Inhalte nicht sperren ?’
Ich möchte versuchen, das zu erklären:
Wenn du eine URL im Internet kennst, dann weisst du nicht, was sich dahinter verbirgt, bevor du die Seite nicht selbst aufgerufen hast. Wir leben im Informationszeitalter, und (auch wenn das schwer zu vermitteln ist), auch ein kinderpornographisches Bild ist Information. Der Staat möchte jetzt zu dir sagen: Hinter diesem Stoppschild befindet sich Kinderpornografie oder dieses und jenes (Glücksspiel, Killerspiel, rechtsradikal etc.). Das weisst du aber nicht. Du sollst es GLAUBEN. Du sollst blindes Vertrauen haben in deinen Staat haben, wohlgemerkt, nicht in unseren Rechtsstaat, sondern in eine Behörde allein, die niemand kontrolliert. Die Sperrliste ist geheim. Das Argument, daß die Sperren leicht zu umgehen sind, zieht nicht, vielleicht ist das morgen nicht mehr so. Es geht hier nicht um die Frage welche Inhalte der Staat tolerieren soll, sondern um die generelle (und radikale) Frage, ob unsere gesamte Kommunikation unter Staatlicher Kontrolle stehen darf. Der Staat kann entweder garnichts zensieren, oder alles. Die Chinesen können alles zensieren. Die Chinesen drücken auf den Knopf und den 4. Juni 1989 hat es nie gegeben. Jetzt wird so ein System auch in Deutschland eingeführt, unter grossem Beifall der Volksmusik Generation.
Wir wollen alles tun um Kinderpornografie aus dem Web zu entfernen, durch Anschreiben der Provider und Löschen der Seiten. Natürlich haben Menschen kein Recht auf den Konsum Kinderpornographischer Inhalte, aber Jeder Mensch hat ein Recht darauf seine Umwelt zu Erkunden und Informationen aufzurufen. Denn, wie gesagt, du kennst eine Information nicht, bevor du sie nicht aufgerufen hast.

Wie erkläre ich einem Internetausdrucker das Internet ?

August 11th, 2009

Als Netzbewohner stehen wir vor dem Problem, dass unsere Lebenswirklichkeit von der älteren Generation überhaupt nicht verstanden wird. Hier möchte ich mal einige Perlen des Bullshit-Bingos auflisten:

Medien, die

Immer wieder sehr beliebt: Hier wird gerne mal das Aufmerksamkeitsbordell namens Fernsehen mit uns geliebtem Internet in einen Topf geworfen und kräftig umgerührt. Ebenso der Begriff Medienkompetenz. Ist frau von der Leyen medienkompetent ? Welche Medien ? Wenn jemand Bild Bams und Glotze in Perfektion beherrscht, dann sicherlich sie, wie es mit den sogenannten neuen Medien aussieht, muss ich an dieser Stelle wohl nicht erwähnen, die eingeweihten wissen bescheid.

Internetsucht

gleiches Problem: Wenn online-Rollenspiele gemeint sind sollte man diese auch speziell benennen und nicht zum großen Rundumschlag ausholen.

Alles nur virtuell

Genau wie das Telefonnetz ermöglicht das Internet die Kommunikation über alle Entfernungen hinweg. Dadurch entsteht der Eindruck eines virtuellen Raumes, das ist auch beim Telefonieren bereits so. Kommunikation zwischen Menschen ist natürlich immer so real wie die Menschen selbst.

Innen drin und außerhalb von

Wird auch in den eigenen Reihen gern benutzt. Ist aber besonders problematisch. Als wären wir beim Telefonieren im Telefonnetz und sonst außerhalb des Telefonnetzes. Das Internet ist eine andere Welt, aber nur für diejenigen die es nicht kennen, nicht benutzen und nicht verstehen.

Eigentum, geistiges

Ein veröffentlichtes Werk ist auch juristisch nicht einfach das Privateigentum des Autors. So steht z.B. ein veröffentlichtes Buch auch in einer öffentlichen Bücherei, und der Autor kann nicht darüber verfügen wer es lesen darf und wer nicht.

Diebstahl

Jede Form der Datenübertragung ist automatisch auch ein Kopiervorgang. Das Kopieren ist also die Elementare Grundlage des Netzes und findet bei jedem Seitenaufruf statt. Information kann nicht gestohlen werden wie ein Materielles und damit knappes Gut, das dem Bestohlenen dann fehlt.

Cybermobbing

Das Netz ist ein kleines globales Dorf. Und obwohl ein Dorf noch nie ein rechtsfreier Raum gewesen ist, gab es immer schon einen Bereich der Kommunikation und des sozialen Lebens, den die Menschen unter sich ausgemacht haben. Immer schon gab es unschöne Dinge wie Beleidigungen, verletzendes, Mobbing, Gerede, Gerüchte und Intrigen. Durch das Netz hat sich ein großer Teil der Stadt- Schulhof- und Zimmergespräche in den öffentlichen Raum verlagert. Dadurch werden Gespräche dieser Art plötzlich sichtbar. Da der Staat die technischen Möglichkeiten in greifbarer Nähe sieht jeden per Knopfdruck mundtot machen zu können meint er plötzlich, hier einen großen Säuberungsauftrag im Namen der Menschenwürde zu haben.

Der Sündenpfuhl: Killerspieler, Kinderschänder, Terroristen und Raubkopierer

Kommentar erübrigt sich.

In diesen Bereichen ist noch massive Öffentlichkeitsarbeit erforderlich. Bin gespannt auf eure Kommentare.