Das Paradigma des Informationszeitalters

April 1st, 2011

Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Debatte über die Zukunft der Privatsphäre und der über die Zukunft des Urheberrechts. Hintergrund ist, dass wir am Beginn eines neuen Zeitalters stehen. Das ‘Buch und Schallplatte’ Zeitalter zeichnete sich dadurch aus, dass die Verbreitung von Informationen kostenintensiv war. Bücher und Schallplatten mussten hergestellt, transportiert und vorgehalten werden. Es erforderte einen immensen ökonomischen Aufwand, ein Kulturgut überhaupt zugänglich zu machen. Dieser Aufwand führte dazu, daß eine Publikation Ökonomisch rechtfertigt werden musste und führte zu der Frage, warum etwas veröffentlicht werden sollte. (ist es massenkompatibel etc.).

Das Internet als neues Medium vereint nun die Speicherfähigkeit der Bibliothek mit der Verfügbarkeit des Rundfunks und ermöglicht es, dass jede Information zu jeder Zeit an jedem Ort abrufbar ist. Ein grundlegendes Paradigma hat sich damit umgekehrt. Der Zustand, der früher jedesmal aufwendig hergestellt werden musste, ist jetzt der Normalfall für jede Information. So verbreiten sich Kulturgüter gegen den Willen einer Verwerterindustrie, deren primärer Sinn und Zweck einmal darin bestand, diese Verbreitung überhaupt zu ermöglichen oder die gesamte Kommunikation der US Diplomaten gelangt auf einen Schlag an die Öffentlichkeit.

Jede Information ist nun von Natur aus Öffentlich im Sinne der Zugänglichkeit, und jede Information, die es nicht ist, strebt regelrecht in diesen Zustand. Jede Geheimhaltung ist dreifach kostenintensiv: Es ist teuer, ein Geheimnis aufrechtzuerhalten, es ist teuer, das Risiko zu managen, dass die Geheimhaltung nicht gelingt und es ist teuer aufgrund von Opportunitätskosten, weil Netzwerkeffekte nicht ausgereizt werden können. So hat die US Regierung nach den Wikileaks-Vorfällen z.b. beschlossen, den Zugang zu Dokumenten innerhalb der Behörden wieder Einzuschränken, d.h die Behörden wieder weniger zu vernetzen.

Die Umkehrung dieses Paradigmas führt auch zu einer Umkehrung der Fragestellung. In einer Welt, in der die Öffentlichkeit im Sinne der Zugänglichkeit der Normalzustand jeder Information ist, stellt sich die Frage nicht mehr, warum etwas veröffentlicht werden soll. Die Veröffentlichung ist kein Akt mehr, der begründet werden muss, sondern ergibt sich von selbst. Umkehrt wird nun das Vorenthalten einer Information zu einem Akt, der angesichts des Aufwands auch einer Rechtfertigung bedarf. Für junge Menschen, die mit sozialen Netzwerken und Fotohandys aufwachsen, stellt sich nicht die Frage, warum sie Fotos von sich ins Netz stellen wollen, sondern warum sie den Aufwand betreiben wollen, alle ihre Freunde und Bekannte davon abzuhalten, sie zu Fotografieren. Es geht also nicht nur darum, daß sich unter diesen Bedingungen keine Informationen verkaufen lassen, sondern auch für die peinlichsten dinge des (sogenannten) Privatlebens stellt sich nicht mehr die Frage, “warum möchte ich es der Welt um jeden Preis erzählen ? ” sondern “warum möchte ich es der Welt um jeden Preis vorenthalten, und wozu ?”

Netzkultur zwischen Individualismus und Kollektivismus

October 24th, 2010

 

Dieser Artikel ist die Nachbereitung eines Vortrags, den ich am 03.10. auf der Openmind 2010 in Kassel gegeben habe

 

Im westlichen Kulturkreis leben wir in einer Gesellschaft, die stark individualistisch geprägt ist. Die Freiheit und Entfaltung des Individuums ist nicht nur eine Eigenschaft unserer Kultur, sondern eine gemeinsam geteilte Wertebasis, die uns verbindet. Herrschte in der religiös konservativen Gesellschaft noch eine Art allgemeingültige Moral und ein für alle verbindlicher Lebensstil, so beruft sich die (post)moderne Gesellschaft auf die Werte Toleranz und individuelle Freiheit in der Lebensgestaltung, so daß diese Werte einen darüber hinausgehenden Wertekanon geradezu ausschließen.

Dem gegenüber stehen die Kollektivistischen Kulturen, welche hauptsächlich im asiatischen Raum angesiedelt sind. Im Leben des kollektivistischen Menschen haben ‘die Anderen’ eine höhere Bedeutung als der einzelne. Statt dem ‘ich’ steht das ‘wir’ im Vordergrund. Der Kollektivismus ist nicht in erster Linie eine Frage der Haltung, sondern der Perspektive und des Bewusstseins. Der Fokus liegt nicht auf dem einzelnen Menschen, sondern auf dem Zusammenspiel der Gruppe bzw. Gesellschaft als ganzes. Individuen werden stets im Kontext des Ganzen gesehen. Ein besonderer Wert liegt auf der Harmonie.

Durch den digitalen Wandel verändert sich die Grundlage unserer Gesellschaft, die Kommunikationsstrukturen. Früher erfolgte die Kommunikation der Menschen untereinander ausschließlich im physikalischen Raum, durch Gespräche im engeren Freundes- und Bekanntenkreis. Die Synchronisation der Menschen erfolgte über Massenmedien, die  nur Passiven Konsum zuliessen. So herrscht ein geteiltes Bewusstsein über die Inhalte, die gesendet werden (Agenda Setting), aber nicht über die Gefühle die die Menschen dazu haben. Dadurch können Massenmedien Menschen beeinflussen, z.b. durch Werbung. Das Internet ermöglicht nun neue Komunikationskanäle, die die Eigenschaften des Telefons, Dialog, Bidirektionalität und Intimität mit Eigenschaften des Rundfunks verbindet. Jeder ist Sender und Empfänger, und Informationen verbreiten sich viral. Durch die Intensivierung und Verdichtung netzwerkartiger Kommunikationsstrukturen erhöht sich die Verbindung der vielen Menschen Miteinander. Bürger können sich ihrer gemeinsamen Gefühle besser bewusst werden, dadurch entstehen bessere Bedingungen für Grasswurzelbewegungen.

Zunehmend integrieren Menschen das Internet derart in ihr Leben, daß sie es als Lebensraum begreifen. Das Internet wird durch Mobile Geräte allgegenwärtiger, und die Trennung zwischen realer und ‘virtueller’ Welt löst sich auf. Diese Verschmelzung bedeutet auch das Ende der Trennung zwischen realer Welt und Medienwelt, zwei Welten, die bisher grundverschieden, aber immer schon miteinander gekoppelt waren. In der ‘realen’ Welt pflegten ‘Privatpersonen’ soziale Kontakte, in der Medienwelt finden ‘Personen des öffentlichen Lebens’ medial statt, und Profis machen Öffentlichkeitsarbeit. Doch die herkömmlichen Medien werden zunehmend durch das Internet abgelöst. Das Internet ist so frei und allgegenwärtig wie die Luft, die selbst ein Kommunikationsmedium ist. Somit ist das Medium, in dem wir zukünftig alle leben und stattfinden, das Luft-Internet-Hybrid. Das ehemalige Privatleben findet zunehmend in der digitalen Öffentlichkeit statt und die Grenzen zur Prominenz werden fließend und dynamisch. Das Aufzeichnen, bearbeiten und veröffentlichen medialer Inhalte, ehemals ein Privileg einer professionellen Elite, ist nun integraler Bestandteil der alltäglichen Kommunikation aller Menschen. In Medien wie Blogs und Twitter ist eine Trennung zwischen der Pflege sozialer Beziehungen und ‘Public Relations’ nicht mehr möglich. Es verschwimmen auch die Grenzen zwischen ‘kennen’ und ‘nicht kennen’ , neben engeren Freunden sind Menschen zunehmend mit einer Vielzahl loser Beziehungen kommunikativ verbunden, annand der sich Informationen viral verbreiten können. Dadurch verschwindet auch die Grenze zwischen Freundeskreis und massenmedialer Öffentlichkeit.

Die Steigende Vernetzung führt zu einer Gesellschaft, die sich Ihrer selbst stärker bewusst wird, und könnte damit auch zu einer kollektivistischeren Perspektive des einzelnen führen. So führen z.b. Ansätze wie LiquidDemocracy zu einem viel stärkeren Bewusstsein des einzelnen für den politischen Prozess der Entscheidungsfindung.  Verstärkend könnte sich die Tatsache auswirken, daß immer mehr Informationen öffentlich werden und miteinander verknüpf werden können. Wenn es zu Persönlichkeitsprofilen kommt, sind vermutlich nicht die Profile der Individuen selbst die Interessanten Daten, sonder die Daten, die sich dadurch über unser Zusammenleben als Gesellschaft gewinnen und nahezu in Echtheit auswerten lassen.

Das Internet verbessert zunehmend die Möglichkeiten der Menschen, Beziehungen und Vertrauen aufzubauen, sich effektiv über Raum und Zeit hinweg zu organisieren, Meinungen auszutauschen und politische Diskurse zu führen. Hier schlummert ein Potential Das noch nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft wird. Doch ein Realisieren der Potentiale ist nicht allein eine Frage der Technologie, sondern auch eine Frage sozialer Kompetenzen. Meine Erfahrungen in der Piratenpartei haben mir gezeigt, daß neue Kommunikationtechnologien allein noch nicht zu Effektivität führen. Idealerweise soll ein Diskurs qualitativ hochwertige Ergebnisse (Unzufriedenheit gerecht verteilen, Zufriedenheit maximieren) zeitnah erreichen, also gut und schnell sein. Die Qualität eines Diskurses ist jedoch auch eine Frage des zwischenmenschlichen Umgangs.  Hier halte ich es für förderlich wenn der einzelne sich stärker mit dem politischen System als ganzes Identifiziert, und neben dem individuellen Interesse auch ein Interesse an einem gelungenen Diskurs hat, d.h. an einer harmonischen Kommunikation und am Gemeinwohl.

Als Fazit möchte ich die These aufstellen, daß ein zunehmendes Bewusstsein der Gesellschaft eine kollektivistische Perspektive hervorbringen könnte, diese aber auch hilfreich oder geradezu notwendig sein kann, um die Potentiale der Vernetzung wirklich ausreizen zu können. Daher schlage ich vor, an den Werten aus der Individualistischen Tradition wie die Bürger- und Menschenrechte festzuhalten, jedoch Werte aus Kollektivistischer Tradition wie Harmonie- und Konsensorientierung in den Wertekanon mit Aufzunehmen. Im Vortrag kam die Frage auf, ob das so möglich sei, oder ob es sich um eine Abwägung handelt, bisher konnte ich jedoch noch keinen Konflikt der Werte Feststellen. Die Zukunft sehe ich jedoch nicht in einem Kollektivismus asiatischer Prägung, sondern ich glaube, daß durch die Netzkultur etwas neues entsteht, das weder mit Westlicher noch asiatischer Kultur vergleichbar ist, jedoch unter anderem kollektivistische Elemente enthält. Eine Massengesellschaft mit Massen, die nicht mehr das sind, was sie einmal waren, sondern intelligenter, weiser und handlungsfähiger.

Anschauen!

November 17th, 2009

Ich lese und schaue ja gerne Sachen über den Digitalen Wandel, aber das ist wohl die beste Analyse, die ich bisher gesehen habe.
Sieht nach guten Zeiten aus. Die nächsten Zehn Jahre werden das Haus Rocken.
Have Fun!

Update:

Das Video ist von Professor Dr. Peter Kruse. Peter Kruse ist Honorarprofessor für Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universität Bremen und geschäftsführender Gesellschafter des Beratungsunternehmens nextpractice GmbH. Nach dem Studium der Psychologie, Biologie und Medizin promovierte Kruse 1984 im Bereich der Experimentalpsychologie und befasste sich anschließend an verschiedenen Universitäten intensiv mit der Erforschung der Komplexitätsverarbeitung in intelligenten Netzwerken. Er entwickelte computergestützte Werkzeuge zur Nutzung kollektiver Intelligenz in Wirtschaft und Gesellschaft.

Sehenswert ist auch die Videoreihe ‘Prof. Peter Kruse stellt sich den Fragen der Digital Natives’

Self Branding ? och nö.

November 16th, 2009

Habe gerade die Twitter Umfrage gemacht. Ob ich twitter zum self-branding benutze, wurde ich gefragt.  Self branding ? Eine Marke aus mir machen ? Klingt irgendwie so nach alte-medien-denke. So nach Printanzeigen und TV Spots, so nach “ich schrei mich hinaus in die Welt”, eben unidirektionale Kommunikation. Internet ist nicht so. Internet ist Bidirektional. Da geht es wohl eher um Kommunikation, um Miteinander, um Sozialverhalten, um Engagement. Oder auch um Spass (und natürlich auch Ernst). Die herkömmliche Markendenke passt da irgendwie überhaupt nicht.  Natürlich entsteht irgendwie ein digitales öffentliches Ich. Die Idee, irgend ein digitales Kunstprodukt zu entwickeln das man nicht selbst ist, kann man ja machen, unter irgend einem fiktiven Namen, aber nicht unter dem richtigen Namen.

Arbeit 2.0 – der Paradigmenwechsel

November 1st, 2009

1. Leistung hat mit Arbeitszeit nichts zu tun.

2. Lernen ist Produktive Arbeit.

3. Effizienz bedeutet, ein gegebenes Ziel (Lebensunterhalt) mit einem Minimum an Arbeit zu erreichen.

3. Geheimhaltung, Patentierung oder urheberrechtlichen Schutz zu wirtschaftlichen Zwecken bedeutet Verkrüppelung deiner Arbeit. Möchtest du das ?

4. Eine Idee allein ist nichts Wert, die Umsetzung ist entscheidend.

3. Kommunikation bedeutet globale Kommunikation. Jede Kommunikationsbarriere ist künstlich und bedeutet gesamtwirtschaftlichen Schaden.

4. Geld ist Kein Mass für Erfolg und Status, sonder Reputation.

5. Geld verdienen ist eine Notwendigkeit. Wenn du dich in dieser Welt wirklich nützlich machen willst, steht Geld dem nur im Weg.

digitale Menschenrechte

October 15th, 2009

Dies ist ein Entwurf digitaler Menschenrechte, der sicherlich für einige Kontroversen sorgen wird.

1. Jeder Mensch hat ein Recht auf einen neutralen (im Sinne von Netzneutralität) und ungefilterten Netzzugang.

2. Jeder Mesch hat ein Recht auf digitale anonymität und Privatsphäre.

3. Jeder Mensch hat ein Recht auf Einsicht gesammelter Daten zu seiner Person bei Behörden.

3. Jeder Mensch hat ein Recht auf den Zugriff auf- und Besitz von Informationen.

(Hinweis: daraus leitet sich kein Recht auf den Zugriff auf- oder Besitz von Kinderpornografischem Material ab.)

4. Niemand darf wegen Zugriff auf- oder Besitz von Informationen
bestraft oder verfolgt werden.

5. Jeder Mensch hat ein Recht auf den uneingeschränkten Zugriff auf Wissen und Kultur, auf dessen Modifikation und Wiederveröffentlichung.

6. Jeder Mensch hat ein uneingeschränktes Recht, auf Informationen hinzuweisen (z.b. durch Setzen eines Hyperlinks). Niemand darf für verlinkte Informationen haftbar gemacht werden.

7. Die Rechte von Minderjährigen können durch den Jugendschutz eingeschränkt werden, der Aufgabe der Eltern ist.

Warum wir Kinderpornos nicht sperren wollen

October 15th, 2009

Die Argumente gegen die Netzsperren sind uns hinlänglich bekannt, doch Menschen aus der Offline- Generation zu überzeugen, ist nicht einfach. Hier ein Versuch:

Viele fragen sich ‘warum wollt Ihr diese Inhalte nicht sperren ?’
Ich möchte versuchen, das zu erklären:
Wenn du eine URL im Internet kennst, dann weisst du nicht, was sich dahinter verbirgt, bevor du die Seite nicht selbst aufgerufen hast. Wir leben im Informationszeitalter, und (auch wenn das schwer zu vermitteln ist), auch ein kinderpornographisches Bild ist Information. Der Staat möchte jetzt zu dir sagen: Hinter diesem Stoppschild befindet sich Kinderpornografie oder dieses und jenes (Glücksspiel, Killerspiel, rechtsradikal etc.). Das weisst du aber nicht. Du sollst es GLAUBEN. Du sollst blindes Vertrauen haben in deinen Staat haben, wohlgemerkt, nicht in unseren Rechtsstaat, sondern in eine Behörde allein, die niemand kontrolliert. Die Sperrliste ist geheim. Das Argument, daß die Sperren leicht zu umgehen sind, zieht nicht, vielleicht ist das morgen nicht mehr so. Es geht hier nicht um die Frage welche Inhalte der Staat tolerieren soll, sondern um die generelle (und radikale) Frage, ob unsere gesamte Kommunikation unter Staatlicher Kontrolle stehen darf. Der Staat kann entweder garnichts zensieren, oder alles. Die Chinesen können alles zensieren. Die Chinesen drücken auf den Knopf und den 4. Juni 1989 hat es nie gegeben. Jetzt wird so ein System auch in Deutschland eingeführt, unter grossem Beifall der Volksmusik Generation.
Wir wollen alles tun um Kinderpornografie aus dem Web zu entfernen, durch Anschreiben der Provider und Löschen der Seiten. Natürlich haben Menschen kein Recht auf den Konsum Kinderpornographischer Inhalte, aber Jeder Mensch hat ein Recht darauf seine Umwelt zu Erkunden und Informationen aufzurufen. Denn, wie gesagt, du kennst eine Information nicht, bevor du sie nicht aufgerufen hast.

Wie erkläre ich einem Internetausdrucker das Internet ?

August 11th, 2009

Als Netzbewohner stehen wir vor dem Problem, dass unsere Lebenswirklichkeit von der älteren Generation überhaupt nicht verstanden wird. Hier möchte ich mal einige Perlen des Bullshit-Bingos auflisten:

Medien, die

Immer wieder sehr beliebt: Hier wird gerne mal das Aufmerksamkeitsbordell namens Fernsehen mit uns geliebtem Internet in einen Topf geworfen und kräftig umgerührt. Ebenso der Begriff Medienkompetenz. Ist frau von der Leyen medienkompetent ? Welche Medien ? Wenn jemand Bild Bams und Glotze in Perfektion beherrscht, dann sicherlich sie, wie es mit den sogenannten neuen Medien aussieht, muss ich an dieser Stelle wohl nicht erwähnen, die eingeweihten wissen bescheid.

Internetsucht

gleiches Problem: Wenn online-Rollenspiele gemeint sind sollte man diese auch speziell benennen und nicht zum großen Rundumschlag ausholen.

Alles nur virtuell

Genau wie das Telefonnetz ermöglicht das Internet die Kommunikation über alle Entfernungen hinweg. Dadurch entsteht der Eindruck eines virtuellen Raumes, das ist auch beim Telefonieren bereits so. Kommunikation zwischen Menschen ist natürlich immer so real wie die Menschen selbst.

Innen drin und außerhalb von

Wird auch in den eigenen Reihen gern benutzt. Ist aber besonders problematisch. Als wären wir beim Telefonieren im Telefonnetz und sonst außerhalb des Telefonnetzes. Das Internet ist eine andere Welt, aber nur für diejenigen die es nicht kennen, nicht benutzen und nicht verstehen.

Eigentum, geistiges

Ein veröffentlichtes Werk ist auch juristisch nicht einfach das Privateigentum des Autors. So steht z.B. ein veröffentlichtes Buch auch in einer öffentlichen Bücherei, und der Autor kann nicht darüber verfügen wer es lesen darf und wer nicht.

Diebstahl

Jede Form der Datenübertragung ist automatisch auch ein Kopiervorgang. Das Kopieren ist also die Elementare Grundlage des Netzes und findet bei jedem Seitenaufruf statt. Information kann nicht gestohlen werden wie ein Materielles und damit knappes Gut, das dem Bestohlenen dann fehlt.

Cybermobbing

Das Netz ist ein kleines globales Dorf. Und obwohl ein Dorf noch nie ein rechtsfreier Raum gewesen ist, gab es immer schon einen Bereich der Kommunikation und des sozialen Lebens, den die Menschen unter sich ausgemacht haben. Immer schon gab es unschöne Dinge wie Beleidigungen, verletzendes, Mobbing, Gerede, Gerüchte und Intrigen. Durch das Netz hat sich ein großer Teil der Stadt- Schulhof- und Zimmergespräche in den öffentlichen Raum verlagert. Dadurch werden Gespräche dieser Art plötzlich sichtbar. Da der Staat die technischen Möglichkeiten in greifbarer Nähe sieht jeden per Knopfdruck mundtot machen zu können meint er plötzlich, hier einen großen Säuberungsauftrag im Namen der Menschenwürde zu haben.

Der Sündenpfuhl: Killerspieler, Kinderschänder, Terroristen und Raubkopierer

Kommentar erübrigt sich.

In diesen Bereichen ist noch massive Öffentlichkeitsarbeit erforderlich. Bin gespannt auf eure Kommentare.